Dach- und Turmsanierung auf Schloss Heidecksburg

Kilometerweise Fugen, jahrhundertealte Balken und hunderte Quadratmeter Mauerwerk

AllgemeinBaugeschehenDenkmalpflegeSonderinvestitionsprogramm I
In luftiger Höhe regiert am Rudolstädter Residenzschloss jetzt das Handwerk. Am Westflügel wird das Dach im Sonderinvestitionsprogramm I saniert, finanziert durch Bund und Land. Dazu gehört auch die Sanierung des Mauerwerks am Schlossturm.

Die Länge vom Pariser Eiffelturm, nur zehn Mal so lang – rund 3 Kilometer Fugen ziehen sich um den Turm von Schloss Heidecksburg in Rudolstadt und werden zusammen mit rund 800 Quadratmetern Mauerwerk in den kommenden Monaten saniert.

Schloss Heidecksburg mit Baugerüst an Westflügel und Turm, Foto: STSG, Carolin Schart

Der Naturstein am Schaft des Schlossturms ist durch Regen und Witterung stark angegriffen. Im Zuge der steinrestauratorischen Arbeiten wird das historische Mauerwerk gereinigt, lose Mauerschalen werden neu gefestigt und alte Fugenmörtel entfernt. Am Sandstein werden durch Abplatzungen und Witterung entstandene Kanten angeböscht und so wieder eine ebene Fläche hergestellt, damit der Regen am Mauwerwerk zukünftig wieder abperlen kann. 

Nur ein paar Meter entfernt herrscht auch unter dem maßgeschneiderten Schutzdach am Westflügel geschäftiges Treiben. Über Wochen wurden zunächst die mehr als 50 Jahre alte Schieferdeckung und die Schalung abgetragen. Jetzt wird der Dachstuhl und die Deckenkonstruktion über dem historischen Festsaal saniert.

Freigelegter Dachstuhl am Westflügel, Foto: STSG, Carolin Schart

Wie Voruntersuchungen für das Sanierungskonzept zeigten, sind gerade die Traufbereiche des Westflügeldachs durch Feuchtigkeit stark geschädigt. Lücken in der Schieferdeckung waren 2023 bereits temporär durch Höhenarbeiter im Rahmen von Notsicherungen mit Alublechen abgedichtet worden. Vorher musste man mit Planen und Eimern Abhilfe schaffen. Das SIP I ermöglicht nun die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten am Dach über dem Westflügel.   
 

Schadensdetail am Dachstuhl des Westflügels von Schloss Heidecksburg,
Foto: STSG, Carolin Schart

Der historische Dachstuhl aus dem 18. Jahrhundert wurde über die Jahre zwar repariert, bisher konnte er aber nie grundlegend saniert werden. Ein undichtes Dach führt nicht nur zu schwerwiegenden Schäden am Tragwerk, es gefährdet auch Innenausstattung und Exponate. So waren auf Schloss Heidecksburg am Götterhimmel der Decke des Festsaals aus dem 18. Jahrhundert bereits erste Wasserflecken zu sehen.  

Zunächst werden auf Schloss Heidecksburg der nördliche Teil des Dachs und das Sandsteinmauerwerk des Schlossturms saniert, in einer zweiten Bauphase kommt die Südhälfte des Westflügeldachs an die Reihe. Danach soll die Baustelle an den Nordflügel umziehen.

Anke Pennekamp


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