Ausstellung „Herzog – Bauherr – Künstler. Georg II. von Sachsen-Meiningen und die Veste Heldburg“

Liebe im Detail

AllgemeinDenkmalpflegeKulturgeschichteVermittlung
Die Ehe Georgs II. mit der Schauspielerin Ellen Franz war ebenso skandalträchtig wie berüchtigt: Eine Liebeshochzeit, bei der Georg II. seiner Geliebten den Titel der Freifrau von Heldburg verlieh. Die Heldburg ließ das Ehepaar als Ihren Rückzugsort nach genauesten Vorstellungen restaurieren, umbauen und einrichten. Zum 200. Geburtstag Georgs II. von Sachsen-Meiningen gibt eine Ausstellung lebendige Einblicke in die Zeit des Herzogspaares auf der Veste Heldburg.

Bereits zwei Jahre vor der Eheschließung mit Ellen Franz übernahm Georg II. die Heldburg in sein Privatvermögen und begann mit den ersten Umbauten am Äußeren des „Bergschlosses“. Wenige Jahre darauf folgten auch Arbeiten im Inneren, auf die er selbst großen gestalterischen Einfluss nahm: Im Französischen Bau entwarf der Herzog für die Beletage eine Wohnsuite, später im Obergeschoss einen Festsaal und im Kommandantenbau die Freifraukemenate – Räumlichkeiten, die seiner Frau auch nach seinem Tod zustehen würden.

Veste Heldburg, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

Als Bauherr ging der Herzog dabei mit beharrlicher Akribie und einer unermüdlichen Liebe fürs Detail vor, die so manchen Künstler oder Handwerker schwitzen ließ. Von authentischen Kachelöfen, aufwändigen Tapeten bis zum Stuhl und Ornament – Georg II. überließ kein Detail dem Zufall, Helene stets mit Rat und Tat an seiner Seite.

Von den Raumausstattungen des Herzogspaares ist heute jedoch kaum etwas erhalten, sie gingen größtenteils bei einem Schlossbrand 1982 verloren. Der Französische Bau wurde damals bis auf die Außenmauern zerstört.

Die aktuelle Sonderausstellung nimmt mit auf Spurensuche durch die Veste und zeigt versteckte Details, Vorbilder sowie erhaltene Befundstücke. Lebendig und abwechslungsreich werden Hintergründe zu Georg und Helene, beteiligten Künstlern und Handwerkern, zeitgenössischen Strömungen in der Kunst und Architektur wie auch die außergewöhnliche Liebe des Paaren im und zum Detail erfahrbar.

So findet sich zum Beispiel nicht nur ein bisher wenig bekanntes Porträt der Freifrau (gemalt von Franz von Lenbach) in der Ausstellung, auch historische Aufnahmen, Vorlagenbücher sowie Originalteile der Ausstattung sind im Rundgang zu sehen.

Zu den letzten erhaltenen Originalteilen der Raumausstattung gehören zwei Möbelfragmente aus dem herzoglichen Speisezimmer: „Sie erzählen von der hochwertigen Ausstattung der Veste unter Herzog Georg II., aber auch den Fehlstellen, die hier vor allen Dingen im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Anhand historischer Aufnahmen konnten wir die Fragmente außerdem erstmals konkret dem Speisezimmer zuordnen, was natürlich besonders spannend ist – aus diesen Gründen gehören sie zu meinen Lieblingsexponaten unserer Sonderausstellung“, berichtet Vanessa Schmitt, die Kuratorin der Ausstellung.

Kira Dobbe

Die Sonderausstellung des Deutschen Burgenmuseums „Herzog – Bauherr – Künstler. Georg II. von Sachsen-Meiningen und die Veste Heldburg“ ist bis zum 3. Januar 2027 auf der Veste Heldburg zu sehen und entstand in Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. 


Fragen oder Feedback? Schreiben Sie uns.


Verwandte Artikel