Tyche, die griechische Göttin des Glücks und des Schicksals – bei den Römern auch Fortuna genannt – wacht auf zwei Sandsteinplatten in der Südarkade von Schloss Friedenstein in Gotha.

Zwei Sandsteinreliefs in der Südarkade zeigen die Göttin Tyche, hier noch vor der Reinigung.
Foto: STSG, Gydha Metzner1826 zunächst am Eingang des Englischen Gartens am Merkurtempel aufgestellt, zogen die beiden Reliefplatten vermutlich um 1900 in die Südarkade des Gothaer Residenzschlosses um.
Auf dem Kopf trägt Tyche eine Mauerkrone, durch die sie in der Antike auch als Schutzgöttin der Stadt galt.
Foto: STSG, Gydha MetznerDie Göttin ist in ein antikes Gewand gekleidet, ihr Haupt wird von einer Mauerkrone geschmückt. Die beiden Reliefs wurden als Pendants angelegt, während Tyche in der einen Darstellung einen verwelkten Zweig in der Hand hält, wird sie im zweiten Relief mit einem frischen und vitalen Zweig gezeigt – ein feiner aber bedeutungsvoller Unterschied.
In dem einen Relief hält Tyche bereits welke, herabhängende Zweige in den Händen.
Foto: STSG, Gydha MetznerSinnbildlich können beiden Darstellungen auf die Neuordnung der ernestinischen Territorien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bezogen werden. Während das Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg 1825 sein Ende fand und „verwelkte“, blühte das 1826 neu gegründete Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha auf. Die beiden Reliefs demonstrieren durch die Zweige das erneute Aufblühen der Dynastie nach dem Aussterben einer Teillinie.
Schloss Friedenstein in Gotha wurde von 1643 bis 1656 als eine von zwei gleichwertigen Residenzen des 1826 neu gegründeten Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha errichtet. Die zweite Residenz war Schloss Ehrenstein in Coburg.
Foto: STSG, Philipp HortFrisch gereinigt flankieren die symbolbehafteten Göttinnen des Glücks und des Schicksals das Tor zum Schlosshof in der Südarkade von Schloss Friedenstein.



Mehr zum schicksalshaften Jahr 1826 gibt es 2026 auch in einer Jubiläumsausstellung an mehreren Ausstellungsorten auf Schloss Friedenstein und in Coburg zu entdecken.
Coburg | Gotha | 1826 – Ein Herzog. Zwei Residenzen
- 11. April bis 5. Juli 2026 Gotha, Schloss Friedenstein
- 22. Mai bis 20. September 2026 Veste Coburg
- 14. September bis 15. Dezember 2026 Coburg, Schloss Ehrenburg, Landesbibliothek
- 20. Oktober bis 18. Dezember 2026 Staatsarchiv Coburg
Kooperation der Kunstsammlungen der Veste Coburg, der Friedenstein Stiftung Gotha, Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt, der Landesbibliothek Coburg, des Staatsarchivs Coburg und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Mehr unter www.coburg-gotha-1826.de