Das Modell zeigt das heutige Erscheinungsbild des Landschaftsparks, das während der letzten großen Umgestaltung des Gartendenkmals im 19. Jahrhundert entstand. Die kostspielige Neugestaltung des Parks wurde damals durch einen geschickten fürstlichen Deal mit der Sächsisch-Thüringischen Eisenbahngesellschaft ermöglicht. Vor rund 150 Jahren sollte eine Eisenbahnlinie durch das Elstertal gebaut werden. Fürst Heinrich XXII. Reuß Älterer Linie handelte eine hohe Entschädigungssumme dafür aus, dass der Bahndamm direkt am Rand des Greizer Parks gebaut werden durfte.


Die rund 50.000 Taler nutzte er, um die Gartenanlage um seine Sommerresidenz auf gut 40 Hektar zum Landschaftspark auszudehnen und umzugestalten. Außerdem war es ihm möglich, den europaweit berühmten Gartenkünstler Eduard Petzold anzuheuern, der Gestaltungsentwürfe für den neuen Park vorlegte. Für die Ausführung engagierte der Fürst Rudolph Reinecken, einen Schüler Petzolds. Er wirkte rund 50 Jahre in fürstlichen Diensten im Greiz Park und setzte bei der Umgestaltung auch eigene Akzente.
Ein Bronzerelief am Parkeingang zeigt Rudolph Reinecken. Er gilt als der maßgebliche Schöpfer des Fürstlich Greizer Parks in seiner bis heute prägenden Gestalt. Von 1869 bis 1871 besuchte er die Gärtner-Lehranstalt in Potsdam, danach war Reinecken ein Jahr in Fürst Pücklers Park in Muskau beschäftigt. 1873 stellte ihn Fürst Heinrich XXII. auf Empfehlung von Eduard Petzold als Hofgärtner in Greiz ein. Das Relief wurde 2025 ebenfalls durch den Freundeskreis Greizer Park e.V. gestiftet.
Foto: STSG, Dietger HagnerBei der Umgestaltung des Greizer Parks wandelte sich der kleinere Landschaftsgarten zum weitläufigen Landschaftspark mit vielfältigen Gehölzen und gestaffelten Baumgruppen samt großen Parksee mit geschwungenen Uferlinien und kleinen Inseln. Zu den prägenden Gestaltungselementen gehören bis heute auch der Blumengarten und der Pleasureground direkt am Sommerpalais.

Im Miniaturformat zeigt das Parkmodell die seit dem 19. Jahrhundert prägende Gestaltung des Fürstlich Greizer Parks.
Foto: STSG, Franz NagelVom Plan bis zum Bronzeguss
Bäume, Sommerpalais, kleine Parkarchitekturen wie die Rotunde und der große Parksee sind im Bronzemodell kunstvoll herausgearbeitet. Angefertigt wurde es in einer Kunstgießerei in Bonn. Zunächst wurde dafür ein Modellplan mit der Parkkontur angelegt. Nach diesem entstand ein Wachsmodell im Maßstab 1:1.
Zunächst wurde in der Kunstgießerei ein Modellplan des Gartendenkmals angefertigt.
Foto: Christian Wonitzki
In der Werkstatt entstand dann das Wachsmodell. Bei den Feinarbeiten im Sommer 2025 wurden die Konturen der einzelnen Elemente immer weiter ausgearbeitet.
Foto: Christian WonitzkiAm Wachsmodell wurde dann ein Abdruck aus Gips genommen und damit die Gussform hergestellt. In mehreren Einzelteilen wurde das Modell anschließend in Bronze gegossen. Die Einzelteile wurden dann zusammengesetzt und verschweißt.

In der Werkstatt wurden die Einzelteile des Modells zusammengesetzt und verschweißt.
Foto: Christian WonitzkiIm Februar 2026 machte sich das fertige Bronzemodell auf den Weg von Bonn nach Greiz. In der Werkstatt einer Greizer Steinmetzfirma wurde das Modell noch mit einem Sockel aus Grünschiefer versehen und wenig später am Eingang des Fürstlich Greizer Parks aufgebaut.

Im Baumsaal am Parkeingang begrüßt der Bronzeguss jetzt große und kleine Parkinteressierte, schafft Orientierung und lädt zum Ertasten ein, bevor es zum Flanieren in den Landschaftspark geht. Möglich gemacht hat das einmal mehr bürgerschaftliches Engagement.