Fürstlich Greizer Park zum Anfassen

Gartendenkmal im Miniaturformat

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Im Fürstlich Greizer Park gibt es für Besucherinnen und Besucher jetzt Parkgeschichte zu ertasten. Ein Bronzemodell bannt auf rund zwei Metern gut 40 Hektar Park und lädt zum Anfassen ein. Ermöglicht wurde es durch den Freundeskreis Greizer Park e.V., der das Modell im April 2026 an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übergab.

Das Modell zeigt das heutige Erscheinungsbild des Landschaftsparks, das während der letzten großen Umgestaltung des Gartendenkmals im 19. Jahrhundert entstand. Die kostspielige Neugestaltung des Parks wurde damals durch einen geschickten fürstlichen Deal mit der Sächsisch-Thüringischen Eisenbahngesellschaft ermöglicht. Vor rund 150 Jahren sollte eine Eisenbahnlinie durch das Elstertal gebaut werden. Fürst Heinrich XXII. Reuß Älterer Linie handelte eine hohe Entschädigungssumme dafür aus, dass der Bahndamm direkt am Rand des Greizer Parks gebaut werden durfte.

Die rund 50.000 Taler nutzte er, um die Gartenanlage um seine Sommerresidenz auf gut 40 Hektar zum Landschaftspark auszudehnen und umzugestalten. Außerdem war es ihm möglich, den europaweit berühmten Gartenkünstler Eduard Petzold anzuheuern, der Gestaltungsentwürfe für den neuen Park vorlegte. Für die Ausführung engagierte der Fürst Rudolph Reinecken, einen Schüler Petzolds. Er wirkte rund 50 Jahre in fürstlichen Diensten im Greiz Park und setzte bei der Umgestaltung auch eigene Akzente.

Bei der Umgestaltung des Greizer Parks wandelte sich der kleinere Landschaftsgarten zum weitläufigen Landschaftspark mit vielfältigen Gehölzen und gestaffelten Baumgruppen samt großen Parksee mit geschwungenen Uferlinien und kleinen Inseln. Zu den prägenden Gestaltungselementen gehören bis heute auch der Blumengarten und der Pleasureground direkt am Sommerpalais.

Bronzemodell des Fürstlich Greizer Parks, Foto: Christian Wonitzki

Vom Plan bis zum Bronzeguss

Bäume, Sommerpalais, kleine Parkarchitekturen wie die Rotunde und der große Parksee sind im Bronzemodell kunstvoll herausgearbeitet. Angefertigt wurde es in einer Kunstgießerei in Bonn. Zunächst wurde dafür ein Modellplan mit der Parkkontur angelegt. Nach diesem entstand ein Wachsmodell im Maßstab 1:1.

Am Wachsmodell wurde dann ein Abdruck aus Gips genommen und damit die Gussform hergestellt. In mehreren Einzelteilen wurde das Modell anschließend in Bronze gegossen. Die Einzelteile wurden dann zusammengesetzt und verschweißt.

Guss des Bronzemodells in der Kunstgießerei Sander in Bonn (links die Gussformen), Foto: Christian Wonitzki

Im Februar 2026 machte sich das fertige Bronzemodell auf den Weg von Bonn nach Greiz. In der Werkstatt einer Greizer Steinmetzfirma wurde das Modell noch mit einem Sockel aus Grünschiefer versehen und wenig später am Eingang des Fürstlich Greizer Parks aufgebaut.

Aufbau des Bronzemodells durch die Steinmetzfirma Kahnt, Foto: Christian Wonitzki

Im Baumsaal am Parkeingang begrüßt der Bronzeguss jetzt große und kleine Parkinteressierte, schafft Orientierung und lädt zum Ertasten ein, bevor es zum Flanieren in den Landschaftspark geht. Möglich gemacht hat das einmal mehr bürgerschaftliches Engagement.


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