Die Mauern dick und trutzig, im Inneren eng und schattig – der Blick von oben in die Burgruine Ehrenstein zeigt deutlich, dass Sicherheit im Mittelalter ihren Preis hatte. Aus der Ferne wirkt die schmale hohe Burg beeindruckend und demonstriert den Anspruch auf Herrschaft, innen war sie eher ein Rückzugsort als ein einladender Wohnraum.
Foto: STSG, Philipp Hort
Kunstvoll sind nicht nur die Säle und Appartements im Rokokoschloss auf den Dornburger Schlössern. Auch das Dach darüber ist das Ergebnis einfallsreicher Handwerkskunst. Es folgt dem vielgestaltigen Grundriss des Schlosses und verbindet eigentlich mehrere kleine Teildächer wirkungsvoll miteinander. Es zeigt anschaulich: barocke Handwerker machten das scheinbar Unmögliche möglich.
Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn
Eine Burg wächst mit ihren Aufgaben. Besonders gut ablesbar ist das an der Wasserburg Kapellendorf – am besten aus der Luft. Wie Jahresringe zeichnen sich die unterschiedlichen Bau- und Nutzungsphasen der Burg ab. Die hochmittelalterliche Kernburg kauerte sich zwischen hohen Mauern auf kleiner Fläche um den runden Bergfried. Im Spätmittelalter wurde die Fläche etwa vervierfacht, die Burg war seitdem eher ein pulsierender Wirtschaftsbetrieb mit Sicherungsanlagen als ein trutziger Rückzugsort.
Auf einem erstarrten Vulkanschlot steht die Veste Heldburg. Der Grundriss der Anlage orientiert sich an der Fläche, die dafür im Mittelalter planiert worden war. Der Zuschnitt der Burg blieb auch beim späteren Ausbau zum Schloss bestimmend. Der Burgberg, an dem sich noch Reste von Festungsbastionen finden, wurde im 19. Jahrhundert zum Waldpark, durch den sich Wege vom Tal zur Veste schlängeln. An den heute dicht bewachsenen Hängen zeichnen sich immer wieder Reste von Bastionen ab, die im 16. und 17. Jahrhundert ergänzt worden waren.
Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn
Der Blick von oben auf Schloss Schwarzburg zeigt, was fehlt. An das langgestreckte Hauptgebäude im dem leicht hervortretenden Hauptsaal schloss sich im rechten Winkel die Schlosskirche an. Davon ist nur der Turm erhalten geblieben, der eigentliche Kirchflügel fiel mit vielen weiteren Bauteilen und Raumkunstwerken einem Umbauprojekt der Nationalsozialisten zum Opfer, die aus Schloss Schwarzburg ein Reichsgästehaus machen wollten. Das verbliebene ist gesichert und teilweise wieder zugänglich.
Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn
Ein Dach über dem Dach steht derzeit auf Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden. Dort wird unter einem Schutzdach das Dach des Südflügels saniert – einer von vier Flügeln, die den rechteckigen Innenhof des Schlosses aus der Zeit um 1600 umschließen. Südlich liegt der terrassierte Schlossgarten, östlich der große Exerzierplatz. Mehr als ein halber Kilometer Stützmauern umschließt das Ensemble auf dem Schlossberg, auch sie werden gerade instandgesetzt.
Foto: STSG, Thomas Müller
Schloss Molsdorf mit seiner verspielten barocken Gartenfassade offenbart von oben gesehen, was sein wahrer Ursprung ist. Gekauft hat es Gustav Adolph Graf von Gotter in den 1730er Jahren als Wasserburg. Er ließ es zum Schloss umbauen, nutzte aber weite Teile der vorhandenen Substanz. Der Stumpf des quadratischen Bergfrieds füllt das Innere des Gevierts nahezu vollständig aus, auch der unregelmäßige Grundriss der kleinen Vierflügelanlage ist auf die Burg zurückzuführen.
Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn